Aktuelles
Geänderte Öffnungszeiten

Die Stadtverwaltung und die Verwaltung der Stadtwerke Solms sind vom 24.12.2018 bis einschließlich 31.12.2018 geschlossen. Für mehr…

Öffnungszeiten

Montag und Dienstag
08:00 – 12:00 & 14:00 – 15:30 Uhr
Mittwoch und Freitag
08:00 – 12:00 Uhr
Donnerstag
14:00 – 18:30 Uhr

Rufbereitschaft

Wasserversorgung
0172 6287426

Abwasserentsorgung
0173 6961636

Die mechanische Abwasserreinigung

Der Zulauf

Die Abwässer der Solmser Stadtteile kommen durch ein weitverzweigtes Kanalnetz am Zulauf der Kläranlage an. Hier – am „Rohwasserpumpwerk“ – werden sie von drei Schneckenpumpen in das 4 Meter höhere Rechenwerk der Anlage gehoben. Die Leistung aller Schnecken zusammen beträgt maximal 190 Liter pro Sekunde. Je nach Wassermenge und Bedarf werden die Schnecken einzeln zu- oder abgeschaltet. Nur das im Stadtteil Niederbiel anfallende Abwasser wird über eine ca. 1,5 Kilometer lange Druckleitung direkt in das Rechenhaus gepumpt.

Zulauf

Die Rechenanlage

Die erste wichtige Reinigung des Abwassers erfolgt in der automatischen Rechenanlage. Hier werden Papierreste und alle anderen groben Schmutz- und Sperrstoffe durch einen automatischen Siebloch-Rechen vom übrigen Schmutzwasser getrennt. Diese ausgesonderten Stoffe (das Rechengut) werden gewaschen, maschinell gepresst und per Förderband in einen Container geworfen. Das ergibt circa 50 Kubikmeter Rechengut pro Jahr.

Sieblrechen

Der Sand- und Fettfang

Nach der Grobreinigung durch den Rechen wird das Abwasser über eine Verteilereinrichtung den beiden Sandfängen zugeführt. Hier wird die Fließgeschwindigkeit des Abwassers so stark verlangsamt, dass sich mineralische Stoffe (hauptsächlich Sand) absetzen und die leichten Stoffe (z.B. Öle, Fette) abgeschöpft werden können.

 Sandfang

Der belüftete Lang-Sandfang

In diesem Sandfang wird, durch die besondere Gestaltung seines Querschnitts, eine walzenförmige Strömung erzeugt. Dabei wird dem fließenden Abwasser Luft zugeführt (Lufteintrag). Stoffe, die sich nicht absetzen sollen, werden dadurch permanent in der Schwebe gehalten.

Die im Abwasser befindlichen Fette und Öle steigen an die Oberfläche und werden abgeschöpft. Der abgesetzte Sand wird mit einem Sandräumer in den im Sandfang eingebauten Trichter geschoben. Von dort wird er mittels einer Pumpe dem Sandklassierer zugeführt.

Der Rund-Sandfang

Hier erzeugt ein ständig rotierendes Paddel die nötige Strömung des Wassers. Ebenso wie im Lang-Sandfang sorgt dieser Vorgang dafür, dass leichte Stoffe in der Schwebe gehalten werden und der Sand sich absetzen kann. Dieser wird dann mit Hilfe eines Drucklufthebers in den Sand-Klassierer befördert.

Der Sand-Klassierer

In einem Jahr fallen durchschnittlich 40 Kubikmeter Sand an. Um Gewicht und Volumen des Sand-Wassergemisches zu reduzieren, wird es im Sand-Klassierer entwässert und anschließend auf einen Container befördert.

Das Vorklärbecken

In der nächsten Klärstufe fließen die Abwässer in ein Vorklärbecken. Das Becken verfügt über einen Absetzraum von 250 Kubikmeter. In ihm verbleibt das Abwasser circa 1 1/2 Stunden. Infolge der sehr geringen Fließgeschwindigkeit sinken die schweren Feststoffe zum Beckenboden ab. Diese werden maschinell abgezogen und anschließend in ein spezielles Reservoir (Schlammpumpensumpf) abgeleitet. Der Bodenschlamm wird mehrmals täglich von Räumern in Schlammtrichter geschoben.

Von hier gelangt der Schlamm mittels Pumpe in den Faulturm. Der anfallende Schlamm beläuft sich täglich auf ungefähr 25 bis 30 Kubikmeter. Das Wasser ist jetzt zu 30 Prozent gereinigt und fließt durch eine Ablaufrinne in ein spezielles Sumpf-Becken. Von hier aus wird es mittels von bis zu fünf Pumpen in den biologischen Anlagenteil gefördert. Die Gesamtförderleistung der Pumpen beträgt hierfür 1.580 Kubikmeter pro Stunde. Das zweite, noch parallel vorhandene Becken, speichert das Abwasser des Voreindickers und kann bei Reparaturmaßnahmen als Ausweichbecken eingesetzt werden.

Vorklärbecken

Die Wasser-Mengenmessung

Unmittelbar an die Sandfänge schließt sich eine Messanlage an. Sie misst kontinuierlich die durchströmenden Wassermengen und zeichnet die Werte automatisch auf. In der zentralen Schaltwarte im Betriebsgebäude werden diese Daten dann registriert und erfasst. Dies ist notwendig, um die jährlichen Abwasser-Abgaben an das Land Hessen zu ermitteln. Die Abwasser-Gebühr der einzelnen Haushalte errechnet sich durch den jeweiligen Zulauf an Trinkwasser, der ja von der Menge her identisch ist.

Das Regenüberlaufbecken

Bei starkem Regen kann es schnell passieren, dass mehr Wasser der Anlage zuläuft als sie verarbeiten kann. In diesem Fall werden die Wassermengen in Regenrückhaltebecken aufgefangen und „zwischengelagert“. Erst wenn das Niederschlagsereignis abgeklungen ist, wird der Beckeninhalt mit allen abgesetzten Stoffen dem Zulauf der Kläranlage zugeführt. Hat das zulaufende Abwasser durch hohe Niederschlagsmengen eine Verdünnung im Verhältnis 1:10 erreicht, ist es unbedenklich für Natur und Umwelt. In diesem Zustand wird es dann am Regenüberlaufbecken vorbeigeführt und in die natürlichen Gewässer eingeleitet. Die Kläranlage verfügt über ein 350 Kubikmeter großes Regenrückhaltebecken. Zudem sind im gesamten Kanalnetz der angeschlossenen Stadtteile zusätzliche Kanalstauräume und Rückhaltebecken mit einem Volumen von insgesamt 7.000 Kubikmetern installiert.